• Über mich

    Gudrun Fischer-Santelmann verfasst hochdeutsche und plattdeutsche Texte. Im November 2014 erschien ihr erstes plattdeutsches Buch

    Genau hinschauen (und hinspüren) konnte ich schon immer. Diese Gabe ermöglicht es mir, Alltagssituationen und besondere Augenblicke aufzugreifen und sie mit Witz, Ironie und einem Augenzwinkern zu beschreiben. Mein turbulenter Alltag mit meiner Familie liefert mir dabei ständig neue Inspirationen für meine phantasievollen Geschichten. Manchmal komme ich dabei sogar ins "Philosophieren"...


    Ich lebe mit meiner Familie auf einem alten, von uns jahrelang liebevoll restaurierten Resthof im niedersächsischen Aller-Leine-Tal. Das Plattdeutsch der Region ist meine Muttersprache, und auch mit meinen Kindern spreche ich ausschließlich plattdeutsch. Es ist sozusagen eine Herzensangelegenheit von mir, diese alte Sprache weiterzugeben und zu erhalten.

    Während meiner Schulzeit - und nach dem Abitur in meinem Beruf als Fremdsprachenkorrespondentin - sammelte ich weitere Erfahrungen mit Sprachen. Später als Ergotherapeutin stand dagegen die Arbeit mit den unterschiedlichsten Menschen im Vordergrund.


    Seit 2004 bin ich freie Mitarbeiterin der Walsroder Zeitung (gfs), für die ich hauptsächlich im Bereich Kultur unterwegs bin. Seit April 2012 läuft dort außerdem meine wöchentliche Serie, in der ich Mitmenschen mit interessanten Berufen und Berufungen portraitiere. Gelegentlich verfasse ich auch hochdeutsche Glossen. Meine plattdeutschen Kurzgeschichten erscheinen seit März 2010 monatlich im Veranstaltungsmagazin "findling" und haben in den vergangenen Jahren immer mehr Anhänger gefunden, worüber ich mich sehr freue!


    Ansonsten sind Musik und Kultur weitere Anliegen von mir, für die ich mich seit Jahren unter anderem als "Eventmanagerin" ;-) im Burghof Rethem mit viel Herzblut und Zeit engagiere ( www.burghof-rethem.de ).

  • Buch- Keene Langewiel in Sicht

    Wer hätte das gedacht! Mir wäre es jedenfalls früher nie in den Sinn gekommen, dass ich einmal plattdeutsche Kurzgeschichten schreiben würde. Vor Jahren fing ich an, das Plattdeutsch, das in unserer Region "geschnackt" wird, aufs Papier zu bringen. Dabei herausgekommen sind Geschichten zum Schmunzeln und zum Lachen, bunte Familiengeschichten, Geschichten, in denen sich andere wiederfinden - und manchmal sogar herzergreifende und fast schon philosophische Geschichten. Viele der Texte sind im Laufe der vergangenen Jahre bereits in ähnlicher Form im Veranstaltungsmagazin findling erschienen, einige Texte sind Neuerscheinungen. Wahr oder nicht wahr - das ist hier die Frage! Aber vielleicht ist es auch egal, ob wirklich alles so geschehen ist, wie ich es in meinen 55 Geschichten schildere? Tatsächlich haben sich viele Begebenheiten in meinem Buch genauso zugetragen: Die Sache mit dem Koffer zum Beispiel, der Einkauf im Möbelhaus ("Mien Kombi"), das "feuchte" Open-Air-Konzert, die "Pilgerreis", das Eis-Essen im Auto und vieles mehr. Auch den Badesee gibt es tatsächlich hier in der Nähe, und manch einer wird sich vielleicht wiederfinden in meiner Badesee-Momentaufnahme. In manchen Sequenzen meiner Erzählungen habe ich allerdings meine Phantasie spielen lassen, die Geschehnisse einfach "weitergesponnen" und das aufgeschrieben, was hätte passieren können...



    Das Buch kann man in jeder lokalen Buchhandlung bestellen
    Die Zweite Auflage von Keene Langewiel in Sicht gibt es im lokalen Buchhandel
    (ISBN 978-3-7308-1205-1 / Isensee-Verlag Oldenburg) für 8,99 Euro (144 Seiten).
    Es kann auf Anfrage auch direkt bei der Autorin erworben oder online bestellt werden bei:

    www.isensee.de Amazon
  • Hörproben

    Damit man einen Eindruck bekommt von meinen Geschichten, gibt es hier nicht nur die Möglichkeit, sich einige Auszüge durchzulesen, sondern parallel dazu auch Hörproben anzuhören. Einfach auf „weiterlesen“ klicken, dann erscheint der Text und gleichzeitig auch das Lautsprechersymbol.
    Viel Spaß beim Reinhören und Lesen!
    Keene Langewiel in Sicht

    Hen un wedder, wenn mi allens ganz un gor tau bunt ward, denn stell ick mi vör, ick har Kinner, de ganz ruhig an‘ Disch sitt un späält. Mal een Bild malt oder mal fraacht, ob se mi in‘ Huushalt oder Goorn helpen dröft. So Kinner, de sick nie dreckig maakt, sick nich fief Mal an‘ Dach wat Neies anteiht, sick jümmer gaut benähmt un mi fraacht, bevör se sick wat ut mien Büro »utlähnt« oder an' Computer gaht. weiterlesen

    Mien Kombi un ick

    Wat för’n Glück, dat ick mienen Kombi hebb. Dor passt nich blooß Hund, Gedränkekisten oder manchet Mal een Kinderfohrrad rin. Nee, dormit kann ick sogor jüst mal äben na dat Inrichtungshuus hensusen un mien Beukerschapp ganz ahne Anhänger affhalen.weiterlesen

    Rööch di un verbööch di

    Die Wiehnachsfierdaach sünd nu vörbi un ick fraach mi, wat ick eegentlich de ganze Tiet maakt hebb. Meistens sitt’n bi düt koole Weer in Huus rüm un schüffelt Äten in sick rin, wat denn ok noch »gehaltvull« is.
    weiterlesen

    Vörwiehnachstiet

    Blooß noch acht Daach, un denn is Wiehnachen. In uus' Kööken rüükt dat na Honnigkauken un Vanilljekipferl. Ick hebb mi dat »Wiehnachsoratorium« anmaakt un sing luue mit: »Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage! Jauchzet, frohlocket…«. Ach wat is de Vörwiehnachstiet doch schön un sinnig– vör allen, wenn man noch lüttsche Kinner hett, de sick noch so richtig freit up W-iehnachen un denn Wiehnachsmann! weiterlesen

    Urlaubstiet - Uprägung »all inclusive«

    Endlich is dat nu so wiet! De Urlaubstiet steiht vör die Döör un de Kinner hebbt Firjen. Un dütt Mal wütt wi sogor in’n Urlaub fleigen.

    »Ick möch richtig wiet wech, dormit man ok ganz un gor affschalten kann un nich anduernd an tau Huus denkt - un doran, wat man tau Huus nich allens schaffen könn in düsse Tiet«, secht mien Kirl. weiterlesen

    Up-de-Eer-Festival

    »Wo wütt ji hen?? Na’n ›Up-de-Eer-Festival‹? Wat is dat denn för'n neimodischen Kraam?? Gifft dat dor keene Steuhl un ji sitt denn ganzen Abend up de Eer??«, freuch uus Oma, as dat damals l-osgüng mit uus' Festival-Tiet. Eegentlich hett se jo Recht hat: Steuhl geiv dat dor tatsächlich nich, as wi up de Konzerte von Neil Young un »Ton Steine Scherben« wöörn. weiterlesen

  • Hochdeutsche Glossen

    Sprache ist für mich faszinierend: Welche Situationen, Gefühle oder Gedanken man damit beschreiben kann! In meinen hochdeutschen Glossen, von denen fast alle bereits in der Walsroder Zeitung in der Rubrik Alltägliches erschienen sind, finden sich die unterschiedlichsten Themen wieder. Mal scharfzüngig, mal bitterböse, mal total überzogen, mal banal, mal grotesk, mal absurd nähere ich mich meinem Alltag und meiner Umgebung ;-)
    "Der, der alles weiß"

    Für die meisten Zeichentrickfilme kann ich mich nicht begeistern. Egal ob Asterix, die Kultserie "Die Simpsons" oder "Spongebob Schwammkopf" - ich bin nie so richtig auf den Geschmack gekommen.Stattdessen habe ich schon als Kind lieber Serien wie "Bonanza", "Die Waltons" oder "Arpad, der Zigeuner" gesehen weiterlesen

    Kugeln statt „Googlen“

    55 Prozent der Achtjährigen und 28 Prozent der Sechsjährigen sind in Deutschland „online“, von den Dreijährigen jedes zehnte Kind! weiterlesen

    Glosse Heidekreis im Jahre 2030

    Norddeutschland im Jahre 2035: In den Großstädten herrscht absolute Wohnungsnot, Studenten nächtigen in den Kellern der Unis in japanischen Schlafkabinen. Die ländliche Bevölkerung zieht es in die Slums an den Stadträndern, während auf dem Land ganze Dörfer aussterben.weiterlesen

    Schnupperkurs zum Nulltarif

    Unsere Bekannten, die in einer kleinen Stadt an der Nordsee leben, besuchten uns kürzlich für ein verlängertes Wochenende. Bei spätsommerlichen Temperaturen und strahlend blauem Himmel erkundeten sie die Gegend mit dem Fahrrad.weiterlesen

    Kindergeburtstag „all-inclusive“

    Es ist vollbracht! Jetzt nur noch drei Kreuze im Kalender machen, alle Viere von sich strecken und Fünfe grade sein lassen. Auch wenn Haus, Hof und Garten immer noch aussehen wie ein Schlachtfeld, und die Haushaltskasse so geplündert ist, dass wir die nächsten beiden Wochen von Wasser und Brot leben müssen.
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  • Kontakt & Anschrift

    Gudrun Fischer-Santelmann


    E-mail: info@fischer-santelmann.de

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  • "Der, der alles weiß"

    Für die meisten Zeichentrickfilme kann ich mich nicht begeistern. Egal ob Asterix, die Kultserie "Die Simpsons" oder "Spongebob Schwammkopf" - ich bin nie so richtig auf den Geschmack gekommen. Stattdessen habe ich schon als Kind lieber Serien wie "Bonanza", "Die Waltons" oder "Arpad, der Zigeuner" gesehen - mit echten Menschen und echten Gefühlen. Ein paar Ausnahmen gab es aber doch: "Heidi" und das Leben mit ihrem Großvater in den Bergen, "Wickie" und seine tollen Einfälle, und die Reisen von Nils Holgersson auf dem Rücken der Wildgänse haben mich dann doch in den Bann gezogen. Durch meine Tochter habe ich jetzt einen neuen Favoriten unter den Zeichentrickfiguren, und abends verbringe ich gerne 20 Minuten vor dem Fernseher mit ihr, um keine Folge zu verpassen: "Yakari" heißt der kleine Indianerjunge, der zusammen mit seinen Eltern namens "Kühner Blick" und "Schimmernde Zöpfe" in einem Sioux-Dorf wohnt. Yakari reitet den ganzen Tag lang auf seinem treuen Pferd "Kleiner Donner" durch die Prärie und erlebt mit seinen Freunden "Frecher Dachs" und "Regenbogen" die tollsten Abenteuer. Was für ein herrliches Leben! Vor allem das sprechende und lachende Pferd, das ständig ironische Bemerkungen macht, hat es mir angetan. Auch "Der, der alles weiß", "Gespannter Bogen", "Hastiges Eichhörnchen", der wohlbeleibte "Fettauge" und der weise "Stille Fels" kommen in den Geschichten vor. Besonders freue ich mich jedes Mal, wenn "Müder Krieger" einen Auftritt hat. Haare und Stirnband direkt vor den Augen, geht er langsamen Schrittes wie in Zeitlupe durch die Gegend. Wenn seine monoton und äußerst langsam gesprochene Warnung "Da - kommt - ein ------- Bär" ertönt, ist es manchmal schon zu spät für Reaktionen. Manchmal ist aber grade er es, der mit seiner stoischen Ruhe und Gelassenheit früher zum Ziel kommt als die anderen. Wie im echten Leben! Hin und wieder ertappe ich mich dabei, wie ich meinen Mitmenschen im Alltag ganz unbewusst auch solche Namen verpasse: Aus Fritz-Michael wird "Der, der immer sonntags Holz sägt", aus Barbara-Luise "Die, die immer eine gute Idee hat", aus Klaus-Heiner "Der, der den Hals nicht vollkriegt", und aus Frank-Henning "Ruhender Stein". Wie sehr solche Beinamen unser Zusammenleben doch vereinfachen könnten! Wenn der neue Mitarbeiter beispielsweise den Namen "Glitschiger Aal", "Emsiger Hamster" oder "Der mit dem schlechten Zeit-Management" hätte, könnte man sich schließlich gleich darauf einstellen. Und auch die Partnerwahl würde der Zusatz "Die, die immer recht haben will", "Der, der niemals aufräumt", "Dreiste Hyäne" oder "Lechzender Hirsch" höchstwahrscheinlich enorm vereinfachen. Vielleicht sollten wir solche Beinamen noch vor den nächsten Wahlen einführen: Dann hätte "Gespaltene Zunge" keine Chance.

    "Flatternder Kolibri" (Gudrun Fischer-Santelmann)

  • Kugeln statt "Googlen

    Gudrun Fischer-Santelmann

    55 Prozent der Achtjährigen und 28 Prozent der Sechsjährigen sind in Deutschland „online“, von den Dreijährigen jedes zehnte Kind! Diese Zahlen aus der Studie „Kinder in der digitalen Welt“ gingen kürzlich durch die Presse und sind kein Scherz! -- Da muss es erlaubt sein sich zu fragen, welche Konsequenzen diese sehr frühen Internet-Aktivitäten möglicherweise haben könnten. Ich stelle mir vor, wie diese Acht-, Sechs- und Dreijährigen sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln: Benötigen sie individuelle „Echtes-Leben-Therapien“, um ihre Defizite auszugleichen und Basiserfahrungen sammeln zu können? Denn der Mensch ist ein „Gewohnheitstier“: Er lernt, aber ver-lernt auch sehr schnell. Und auch wir Erwachsenen passen uns sehr schnell an neue Mechanismen an: Wer von uns schaut heute zum Beispiel noch im Lexikon oder Duden nach, wenn Infos doch viel schneller im Internet verfügbar sind? Denkstrukturen im Gehirn verändern sich eben extrem schnell! Allerdings wissen wir Erwachsenen im Gegensatz zu (Klein-)Kindern, dass es irgendwann in grauer Vorzeit andere Mittel und Wege gab, außerhalb „vom Netz“ etwas zu empfinden, sich über etwas zu freuen, Erfolgserlebnisse zu haben!

    Wird den heutigen dreijährigen „Netz-Experten“ eigenständiges und kreatives Denken überhaupt später noch möglich sein, nachdem eine jahrzehntelange Degeneration der Denk- und Gehirnstrukturen erfolgte? Ganz zu schweigen von der körperlichen Entwicklung: Viele Kinder bewegen sich viel zu wenig, verringern ihren Aktionsradius immer mehr, sind kaum noch an der frischen Luft, können häufig nicht mehr rückwärtsgehen, nicht mehr auf einem Bein hüpfen und auf Bäume klettern. Mangels Bewegung bildet sich der Gleichgewichtssinn immer mehr zurück. Kinder geben dem „Googlen“ mehr Raum als dem Kugeln – deshalb müssen Purzelbäume längst ausgiebig im Sportunterricht geübt werden. Brauchen Kinder irgendwann Nachhilfeunterricht im Matschen, Toben, Spielen, Klettern, Springen, Schaukeln, Bauen, Rangeln? Müssen Regen und Wind auf der Haut, der Sand an den Fingern in speziellen Seminaren gespürt, das Riechen und Schmecken mit Experten geübt werden, damit die Sinne nicht verkümmern?? Wie viele Generationen wird es wohl brauchen, bis die Muskeln und Fähigkeiten des Körpers sich so zurückgebildet haben, dass nur noch die Finger- und Daumenmuskeln aktiv sind? Ich sehe das Bild förmlich vor mir: Der Daumen wird im Laufe der Evolution immer länger, muskelloser und gummiartiger. Anstatt Kniesehnenreflex und Abstützreaktion beim Fallen charakterisieren reflexartige Daumen-Wischbewegungen im Sekundentakt die menschliche Spezies. Kinder werden zu „grobmotorischen Stubenhockern“ mit verkürzten Muskeln und Gewichtsproblemen. Handwerkliches Geschick und feinmotorische Fähigkeiten wie das Einfädeln eines Fadens in eine Nadel oder das präzise Einführen eines Schlüssels in ein Türschloss werden für die „Internet-Generation“ eines Tages unlösbare Aufgaben sein.

    Wird die Menschheit überhaupt überlebensfähig sein, wenn der Körper sich immer mehr verformt, der Kopf immer weiter nach vorne in Richtung Brust wandert, der muskellose Rücken kein Rückgrat mehr aufweist und die Lust verlorengeht, sich „fortzupflanzen“? Doch auch auf diesem Gebiet werden findige Wissenschaftler mittels einer App regelmäßig an die ehelichen Pflichten erinnern, Hilfestellung bei der motorischen Ausführung geben und so zunächst noch den Fortbestand der Menschheit sichern. Und zum Glück gibt’s ja auch noch YouTube mit all seinen sehenswerten Praxisanleitungen...

    Erfreulich ist dagegen die Kompetenz des heutigen Nachwuchses in anderen Bereichen: Interneterfahrene Kleinkinder reden und mischen mit, sprechen schon im Alter von drei Jahren mehrere Sprachen und sind wortgewandt wie Erwachsene. Wahrscheinlich sind sie bald sogar in der Lage, sich mit ihrem überdurchschnittlichen kognitiven Wissen mit Hilfe ihrer Tablets in Banken einzuloggen, Flugzeuge zum Absturz zu bringen oder das PENTAGON in die Irre zu führen! Aber am meisten Angst machen mir ehrlich gesagt die selbsternannten „erwachsenen Experten“, die in der aktuellen Entwicklung und der täglichen Internet-Präsenz der heutigen Kleinkinder mehr Chancen als Risiken sehen!

    Viel Spaß beim Kugeln wünscht - Gudrun Fischer-Santelmann

  • Baumwollfelder im Aller-Leine-Tal?

    Gudrun Fischer-Santelmann

    Norddeutschland im Jahre 2035: In den Großstädten herrscht absolute Wohnungsnot, Studenten nächtigen in den Kellern der Unis in japanischen Schlafkabinen. Die ländliche Bevölkerung zieht es in die Slums an den Stadträndern, während auf dem Land ganze Dörfer aussterben. Zugenagelte Schaufenster charakterisieren das Bild in den verwaisten Fußgängerzonen der Kleinstädte. Menschen verlassen ihre Häuser nur noch selten und kommunizieren ausschließlich über WhatsApp und Skype, um das Übertragen von Keimen zu verhindern. Riesige Discounter mit Lieferservice breiten sich aus: Bis zu 24 Mal pro Tag werden Waren „erntefrisch“ aus China eingeflogen, farbenfrohe Bekleidung aus Bangladesh zu Tiefstpreisen komplettiert das Angebot. Und das Allerbeste: Der Konsument muss seine kostbare Zeit nicht mit dem Bestellen der Waren vergeuden, sondern wird entsprechend seines computerfundierten „Profils“ automatisch mit dem beliefert, was zu ihm passt.

    Und mittendrin, im Herzen Niedersachsens, ein „Leuchtturm-Landkreis“, in dem alles anders ist: Der Bleibekreis (früher Heidekreis)! Wissenschaftler forschen, ob eine Gen-Mutation oder Umwelteinflüsse dafür verantwortlich sind, dass sich die unscheinbaren „Bleibekreisler“ völlig entgegengesetzt entwickelt haben. Fest steht, dass diese Menschen so furchtlos sind, dass sie mit anderen ins Kino, Theater und Konzert gehen, sich entgegen aller Warnungen auf den Straßen treffen und klönen, und trotz aller Gefahren Fahrrad fahren. Es heißt, dass sie sich hauptsächlich von regionalen Produkten ernähren und nur so vor Gesundheit strotzen. Frisch gebackenes Brot, Milch und Käse von Kühen und Schafen der Region, Apfelwein und selbstgebrautes Bier, Apfelsaft von Äpfeln aus dem Garten, Gemüse von den eigenen Feldern gehören zu den Hauptnahrungsmitteln dieser besonderen Spezies. Und aufgepasst: Menschen der unterschiedlichsten Nationalitäten leben hier in intakter Natur friedlich zusammen, lernen voneinander und feiern miteinander Feste, ohne sich die Köpfe einzuschlagen. So was hat die Welt noch nicht gesehen! Von so viel Lebensqualität, Lebensfreude und Artenvielfalt hat auch der Rest der Welt Wind bekommen. Regelmäßig werden für Politiker parteiübergreifend Infofahrten zu den weltoffenen „Bleibekreislern“ organisiert, die über ein seltenes Gen verfügen. Es scheint dafür zu sorgen, dass alle fröhlich und uneigennützig gemeinsame Ziele verfolgen: Unter anderem in Düshorn, Rethem, Kirchboitzen und Bad Fallingbostel betreiben ehrenamtliche „Bleibekreisler“ selbstverwaltete Dorfläden und genossenschaftlich organisierte Landgasthäuser, fahren mit Bürgerbussen über Land, integrieren Flüchtlinge und feiern multikulturelle Feste.

    Und wer weiß, was noch alles kommt: Ein Modelabel, das auf dem Rethemer Toschi-Gelände aus regionalen Hanffasern Öko-Mode produziert? Eine selbstverwaltete Fahrradmanufaktur in Walsrode? Zichorien-Röstereien in Bad Fallingbostel, die leckeren regionalen „Kaffeeersatz“ anbieten? Baumwollfelder im Aller-Leine-Tal? Ein ganzer Landkreis, der weltweit durch überdimensionale Kunstobjekte in der Landschaft auf sich aufmerksam macht??

    Ich bin mir sicher: Bleibekreis, da geht noch was ...

  • Schnupperkurs zum Nulltarif

    Gudrun Fischer-Santelmann

    Unsere Bekannten, die in einer kleinen Stadt an der Nordsee leben, besuchten uns kürzlich für ein verlängertes Wochenende. Bei spätsommerlichen Temperaturen und strahlend blauem Himmel erkundeten sie die Gegend mit dem Fahrrad. „Es ist wirklich herrlich hier: die Flüsse und die vielen Fahrradwege! Einmalig, einfach einmalig“, lautete ihr begeistertes Fazit nach der ersten Fahrradtour. Am zweiten Tag hatte Ehemann Michael plötzlich Probleme mit seiner Atmung. „Das Fahrradfahren strengt ihn zu sehr an“, hieß es. Am dritten Tag rückten sie nach einer weiteren verkürzten Tour drucksend raus mit der Sprache: „Diese intensiven Gerüche hier auf den Feldern, die sind wir einfach nicht gewohnt. Wir lassen das Fahrradfahren lieber und bleiben heute einfach hier und machen es uns gemütlich.“ Auch gut. Nachmittags war es so mild, dass sie Kaffee und Kuchen auf der Terrasse genießen konnten. Allerdings merkte man schon wieder, dass die Städter den Anforderungen des Landlebens einfach nicht gewachsen waren. „Wenn das Trecker-Geräusch näherkommt und hinter dem Trecker ein Güllefass auftaucht, muss man sofort alles stehen und liegen lassen, draußen schnell Kinder und Wäsche einsammeln, reinlaufen und die Fenster schließen“, erklärte ich ihnen die Gepflogenheiten auf dem Land. Sie dagegen waren gemütlich und nichtsahnend mit Kaffee und Kuchen sitzen geblieben, bis die Gülle knapp an ihren Kuchentellern vorbeispritzte und sie mit Haut und Haar einbalsamiert waren. „Warum gibt es hier in den Dörfern keine Fahnen, die gehisst werden? Grün heißt: die Luft ist rein. Gelb: Achtung, Gestank möglich. Und bei Rot sollte man seine Tätigkeiten nach drinnen verlegen. So wie bei uns an der Nordsee mit den Fahnen am Wasser. Dann kann man seinen Tag entsprechend planen“, schlugen sie vor. „Ja, und man könnte im Frühling und Herbst auch ‚Schnupperkurse‘ anbieten: ‚Mit dem Fahrrad von Feld zu Feld‘ – und die Städter müssen herausfinden, ob es sich um Schweine-, Hühner- oder Rindergülle handelt. Pferdemist wäre dann eine echte ‚Geruchsrarität‘“, witzelten sie. „Und wer weiß, vielleicht ist dieser starke Ammoniak-Gestank der Gülle ja auch irgendwie ‚befreiend‘ für die Atemwege und ätzt alle Keime in der Nase und den Bronchien weg. ‚Naturheilpraxis‘, im wahrsten Sinne des Wortes“, warf der Mann meiner Freundin hustend ein. „Gibt es nicht auch schon ‚Landluft in Dosen‘ im Internet zu kaufen? Wenn nicht, wäre das eine Super-Einnahmequelle für die Landbevölkerung. Da könntet ihr richtig absahnen“, lachten sie um die Wette und hatten schon die nächste Idee: „Man könnte allerdings auch Menschen OHNE Geruchssinn züchten – das wär doch DIE Zukunftsidee!!“, schrien sie begeistert, stierten sich mit irrem Blick an und klatschten in die Hände. So langsam kamen mir die beiden doch etwas seltsam „ent-rückt“ und von Sinnen vor. Vielleicht wäre die Sache mit den Fahnen gar nicht so schlecht: Hätte heute die rote Fahne geweht (= Tätigkeiten nach drinnen verlegen) wäre den beiden der Aufenthalt im Freien mit intensiv-aromatisch duftender Landluft vielleicht nicht ganz so stark zu Kopf gestiegen und hätte den Städtern das Hirn nicht völlig benebelt... ;-)

  • Kindergeburtstag "all-inclusive"

    Gudrun Fischer-Santelmann

    Es ist vollbracht! Jetzt nur noch drei Kreuze im Kalender machen, alle Viere von sich strecken und Fünfe grade sein lassen. Auch wenn Haus, Hof und Garten immer noch aussehen wie ein Schlachtfeld, und die Haushaltskasse so geplündert ist, dass wir die nächsten beiden Wochen von Wasser und Brot leben müssen. Egal, Hauptsache wir haben nicht versagt im „Mutti-ist-die-Beste-Wettkampf“ im Ausrichten von Geburtstagsfeiern. Nach jahrelangem Üben haben wir dieses Mal einfach alles richtig gemacht: Wir haben uns die Kritik der Kinder vom letzten Jahr zu Herzen genommen („Mir ist langweilig!) und haben sogar die sonst allseits beliebte Dorfralley mit Schatzsuche abgeblasen („Das ist ja voll öööde!“) . Wir haben von vornherein für jedes Kind einen erwachsenen „Personal Trainer“ aus dem Freundeskreis engagiert, damit wir allen sofort jeden Wunsch von den Lippen ablesen konnten. So war es ohne Probleme möglich, zehn verschiedene „Activities“ von Segelfliegen für Einsteiger, Trampolinspringen, Handy- und Videospielen, Kartbahn-Fahren bis hin zum Outdour-Kletter-Erlebnis parallel und ohne Wartezeiten anzubieten – glückliche Kinderaugen inklusive.

    Auch ernährungstechnisch haben wir uns für ein Zukunftsmodell entschieden. Der Imbisswagen in unserem Garten bot den ganzen Tag über einfach alles, was das Herz begehrte: Neben Non-Stop-Süßigkeiten gab es Brathändel vom Grill für Fett-Fetischisten, Soja-Burger für die Vegetarier-Kinder und Sushi-Variationen für den kleinen Feinschmecker. Dazu als Nachtisch 50 verschiedene Sorten Eis, damit für jeden etwas dabei war (Anmerkung für alle werdenden Eltern: Geburtstagskuchen sind schon lange out).

    Der Pyrotechniker aus der Nachbarschaft ließ als krönenden Abschluss des Tages ein exklusives Feuerwerk am Himmel erstrahlen, bevor alle glücklich mit ihren überdimensionalen „Geburtstagsabschluss-Tüten“ voller Spielzeug und Süßigkeiten nach Hause gingen.

    In einem Jahr ist es wieder so weit. Ich fange vorsichtshalber jetzt schon mal an zu planen. Und wenn alle Stricke reißen und uns nichts Extravagantes mehr einfällt, engagiere ich einfach den Kindergeburtstags-Caterer aus Hannover – der bringt die weißen Pagodenzelte zum Übernachten gleich mit und sorgt „all-inclusive“ auch für Essen, Besteck, Ambiente, Zauberer und den obligatorischen Hubschrauberrundflug…

  • Keene Langewiel in Sicht


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    Hen un wedder, wenn mi allens ganz un gor tau bunt ward, denn stell ick mi vör, ick har Kinner, de ganz ruhig an‘ Disch sitt un späält. Mal een Bild malt oder mal fraacht, ob se mi in‘ Huushalt oder Goorn helpen dröft. So Kinner, de sick nie dreckig maakt, sick nich fief Mal an‘ Dach wat Neies anteiht, sick jümmer gaut benähmt un mi fraacht, bevör se sick wat ut mien Büro »utlähnt« oder an' Computer gaht. Kinner, de mit ganz vääl Freid jeden Dach ehre Schaularbeiden maakt.

    In Wohrheit sütt dat aber ganz anners ut: Miene Kinner hebbt NIE Langewiel, hebbt jümmer neie Grappen in' Kopp, sünd unheemlich kreativ un wütt geern allens süms utprobeiern. Wo faken hebb ick jüm all seuken mösst! Stell di vör, dien Jung' is fief Johr oolt, dat is Winter, öberall Ies un Snei – un dien Jung is nich uptaufinnen. Jüst hebb ick noch ut’n Fenster käken: dor hett he up’n Hoff mit sienen Schleern späält, un nu is he wech! Du sochst un sochst un roppst un warrst ganz rammdösig dorbi vör Angst. Wo kann he blooß wään?? Is he ok nich an’ See gahn? Dat Ies hollt doch noch gor nich! Du büst all ganz mall in Kopp vör lauter Sorgen un kummst natürlich nich dorup, dat he mit sien lüttschet Rad sess Kilometer dörch'n Busch – öber Ies un dörch Sneiweihn hendörch – na sienen Kinnergoornfründ henfeuert is! Ganz alleen!! Mit fief Johr!!! Un dor in de Kööken bi sienen Fründ drinkt he ersmal heiten Kakao, warmt sick up un lett sick dat gaut gahn. Taun Glück bringt em de Mudder von sienen Fründ dorna glieks wedder na Huus. Minsch, wat bün ick froh, as sien Kopp achter de Schiev upduukt! - Un ok uus annere lüttsche Kobold is jüst in eene »Experimentierphase«: Jümmer blooß dat äten, wat up’n Disch kummt, is jo langwielig. Nee, se well süms wat utprobeiern. Nülich hett se morns vör de Schaul in Düüstern all een rohet Ei verputzt, ahne dat wi dat mitkrägen hebbt. Blooß de Eierschell leech naher achtern Schapp. Lesde Wääke meen mien Kirl, dat dat so na Fisch in‘ Huus rüükt...

    Wieder geiht de Geschicht in mien Bauk Keene Langewiel in Sicht

  • Mien Kombi un ick


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    Wat för’n Glück, dat ick mienen Kombi hebb. Dor passt nich blooß Hund, Gedränkekisten oder manchet Mal een Kinderfohrrad rin. Nee, dormit kann ick sogor jüst mal äben na dat Inrichtungshuus hensusen un mien Beukerschapp ganz ahne Anhänger affhalen.

    »Ja, den Bücherschrank haben wir vorrätig. Übrigens: Kunden, die diesen Schrank gekauft haben, haben sich häufig auch noch für das Himmelbett interessiert. Ist im Kombipack besonders günstig«, secht de Verköperin fründlich. Ja, denk ick bi mi – wo ick nu all mal mit mienen Kombi hier bin… Un so’n Bett kann’n jo jümmer mal bruken, as Gästebett oder so.

    »Das Bett ist auch komplett zerlegt.« Noch bäter!

    Bi de Warenutgaav kummt een Kirl anschuben un roppt miene Nummer up. Fief Pakete tell ick. «Sind Sie sicher, dass das große Paket auch dazu gehört? Sieht aus wie ein Billardtisch von den Maßen her – das ist sicher ein Versehen.

    »Das ist das Bett«, secht de Kirl ganz drööch un is ok all wedder achter de Döör verswunnen. O Gott, schall ick dat Paket glieks hier stahn laten oder ersmal verseuken, ob dat viellicht doch rinpasst?? Is jo unheemlich breet. Un lang. Flink de achtere Sitzbank ümklappen un tauerst de lüttscheren Pakete rinschuben. Minsch, wat sünd de swoor! Har ick doch blooß keen massivet Holt utsocht! Un denn möss ick ok noch inne Sünn parken! In’n Schadden dä mi de Schweet gewiss nich so denn Puckel hendaal lopen. Nu geiht ok noch dat veerte Paket bi’n Inloorn apen. Ok dat noch! De eenzelnen Breer von mien Schapp rutscht up denn smärigen Parkplatz. Ick bin kott dorför, in Tranen uttaubräken oder lostaubölken. Oder beides. Un keen Minsch kummt mal up de Idee, mi tau helpen un mit antaufaten. All hebbt se dat höllsch ielig, oder se grient sick eenen in Vörbigahn: »Na, Großeinkauf? Na ja, selbst ist die Frau!«

    Nu rullt ok noch de ulle Wagen gegen den Porsche näbenan. Verflixt noch mal! Ick laat den ganzen Schiet glieks hier up’n Parkplatz stahn! Schall sick doch wer anners mit denn Kraam rieten! Ruhig, ganz ruhig, schnack ick jümmer wedder lies vör mi hen. Viellicht passt jo doch allens rin – du hest jo eenen Kombi! So, nu kummt dat Bett...

    Wieder geiht düsse Geschicht in mien Bauk Keene Langewiel in Sicht.

  • Rööch di un verbööch di


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    Die Wiehnachsfierdaach sünd nu vörbi un ick fraach mi, wat ick eegentlich de ganze Tiet maakt hebb. Meistens sitt’n bi düt koole Weer in Huus rüm un schüffelt Äten in sick rin, wat denn ok noch »gehaltvull« is. Is jo Wiehnachen, dor maakt man mal ne Utnahm un kiekt nich so na de Kalorien hen - dat schall jo ok wat Besonneres wään. Öberall in Huus staht »bunte Teller« mit Seutigkeiten un Wiehnachskäkse rüm, du probeierst hier mal un naschst dor mal. Un bumms is dat Januar un du wunnerst di, worüm du so sworfällig worn büst öber de Fierdaach. Aber Silvester is een gaue Tietpunkt, üm sick wat vörtaunähmen för dat neie Johr, un vääle faat denn Vörsatz, dat se sick in dat neie Johr vääl mehr bewägen wütt. So geiht mi dat ok: Wat probeier ick nich allens ut, üm wedder fit tau weern na de Festdaach! Von Yoga öber Lopen, Buukdanz un »Buuk-Bein-Po« is allens dorbi. Manchet Mal mutt ick richtig grienen, wenn ick mi vörstell, dat us eener taukiekt bi’t Bewägen un »Verbögen«. Stell di vör, dor sünd 25 Frauenslüüe in de Sporthall up ehre Matten up de Knei (de Fachutdruck hiervör heet »Vierfüßler«) un riet' bi de Gymnastik jümmer affwesselnd dat anwinkelte linke un dat rechte Bein an de Siete hoch. Dat is bestimmt gaut för de Öberschenkelmuskeln, sütt aber von wieden so ut, as ob dor een Hund an' Boom steiht un sien Bein hochnimmt, üm sien Revier tau markieren!

    Ok bi’n Yoga gifft dat so allerhand Eubungen, de för Lüüe, de keene Ahnung von Yoga hebbt, bestimmt taun Lachen sünd: Wenn wi »Frösche« maakt, denn gaht wi – de Knei na de Siete – rünner as so’n Pogg, kaamt wedder hoch, gaht wedder rünner, un so wieder un so wieder. Bi’n »Kamelritt« süsst du tatsächlich so ut, as ob du up een Kamel dörch de Wüste riern deist, weil du di in Sitten na vörn un denn wedder trüch bööchst. Eenen gauen Anblick gifft bestimmt ok dat »Schilf in Storm«, wo sick jeder ein dicket Küssen ünner sienen Achtersten packt un denn de Bein teihn Minuten lang in de Hööchde hollt. Wi sünd in Freuhjohr ok all mal »taun Upwarmen« as so'n lüttschet Fahlen »mit alle Veere« up eenmal in de Luft sprungen. Gor nich so eenfach! Mal staht wi up eenen Bein as de Aadeboor, mal maakt wi »Katte-Kauh«, un de ganz Gelenkigen probeiert ok mal eenen Koppstand. As wi vör langer Tiet mal all tauhopen de Tung ganz wiet rutstäken un gliektietig mit de Ogen rullen schöllen, füng up mal eene von us luue an tau lachen un könn sick nich wedder inkriegen: ...

    Wiederläsen künnt ji düsse Geschicht in mien Bauk Keene Langewiel in Sicht

  • Vörwiehnachstiet


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    Blooß noch acht Daach, un denn is Wiehnachen. In uus' Kööken rüükt dat na Honnigkauken un Vanilljekipferl. Ick hebb mi dat »Wiehnachsoratorium« anmaakt un sing luue mit: »Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage! Jauchzet, frohlocket…«. Ach wat is de Vörwiehnachstiet doch schön un sinnig– vör allen, wenn man noch lüttsche Kinner hett, de sick noch so richtig freit up W-iehnachen un denn Wiehnachsmann! Buten toovt de Storm, aber hier in de Kööken is dat so richtig kommodig - mit dat Füer in Aben un de schöne festliche Oratoriumsmusik. DADADA-DADADA-DUSCH-DING-BUMM drööhnt dat up Mal ut de Dääl, dat ick mi önnich verjaach. Mien Jung späält (ahne Vörwarnung) näbenan so luue Schlachtüüch, dat ick miene eegene Musik nich mehr hören kann. Mutt dat jüst nu wään??

    »Du hest doch secht, ick schall noch euben – also maak ick dat JETZT. Naher hebb ick keene Tiet, ick mutt noch na de Wiehnachsfier von' Sport«, roppt he vergrellt. Nu maakt he sick ok noch eene Punk-CD dortau an. Extra luue, dormit he bäter dortau spälen kann. Näbenan hör ick dat Saxophon von miene Dochter, se euvt för dat Wiehnachskonzert von de Schaul vonnabend. Un so’n Saxophon kann jo ok ganz schön luue wään. Ick stah genau in de Midde twischen de beiden »Musikquellen«. Ut dat Kinnerzimmer hör ick uuse Lüttsche »vertonte Märchen« singen. »Eines Ta-ha-ges saß ein Frosch vor einem Schlo-hoss, und der Frosch sa-ha-hagte, lass mich rei-hein, meine lie-hi-hi-be Prin-ze-hes-sin, weil du so schö-hön bist und so schö-hö-hö-ne kurze Haare ha-ha-hast…«.

    Is jo seut, wat se sick so utdenkt mit ehre fief Johr. Aber irgendwie well dat allens nich so tauhopen passen, dücht mi: Schlachtüüch-Punk UN Märchengesang UN festliche Saxophonmusik ...

    Wer de „besinnliche“ Wiehnachsgeschicht geern wiederläsen möch,
    de findt se in mien Bauk Keene Langewiel in Sicht.

  • Urlaubstiet – Uprägung »all inclusive«


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    Endlich is dat nu so wiet! De Urlaubstiet steiht vör die Döör un de Kinner hebbt Firjen. Un dütt Mal wütt wi sogor in’n Urlaub fleigen.

    »Ick möch richtig wiet wech, dormit man ok ganz un gor affschalten kann un nich anduernd an tau Huus denkt - un doran, wat man tau Huus nich allens schaffen könn in düsse Tiet«, secht mien Kirl. »Stimmt. Un wenn wi fleicht un denn von Ibiza ut sogor noch mit de Fähr na Formentera öbersetten mööt, denn künnt wi ok nich mal äben »ganz s¬pontan« freuher trüch kamen. So as letztet Johr ut Holland, as du meent hest, dat güng bi de Arbeit nich ahne di!« Dat wöör wirklich keen Urlaub! Na dree Daach in Holland Hals öber Kopp midden inne Nacht wedder affreisen mit Sack un Pack…

    Wenn man blooß vör’n Urlaub nich jümmer düsse ulle Packeree wöör. An wat’n ok allens denken mutt: Tüüch för heite un koole Daach, Rägen¬jackens, Bikinis un Badeböxen, wat Eenfachet för denn Strand, wat Feineret för abends, Schauh tau’n Lopen un Rümkraxeln in de Barge, Sünnenhaut un Sünnenkrääm, Spääle, Beuker, Schnuller, Windeln, Spääluhr, un den Erste-Hilfe-Kuffer för de Kinner nich tau vergäten. Krank weern kann jo jümmer mal eener, oder sick den Magen verdarben oder öber siene eegenen Bein stolpern oder utglitschen. Un de Antibiotika för mienen Jungen mööt ok mit, de sünd ganz wichtig! De hett sick gistern bi sienen Fründ jüst noch de Messforke deip in sien Bein rinstäken. Gaut, dat he nich in’ Krankenhuus blieben möss un öberhaupt mitkamen kann mit düsse groode Wunn in Bein!

    Mi drööhnt all de Kopp, aber langsam hebb ick miene Listen affhakt. Ob ick woll an allens dacht hebb? Klock 2 in de Nacht geiht dat los na denn Fleiger, mien Vader bringt us dor hen. Ick bin jo jümmer so besorcht, ob ick ok allens inpackt hebb: Dreemal mööt wi up den Wech na de Autobahn noch rechts ranfeuern un ick kiek na, ob ick ok de Tickets för alle Kinner, mienen Kirl un mi in miene Taschen hebb, ob mien Portmonee un de Krankenkassenkoorten för alle ok wirklich dor sünd. Bäter tweemal kieken as naher wat Wichtiget vergäten, denk ick bi mi. Obwoll mi de annern all langsam ankiekt als wollen se sengen: nu öberdriffst du aber wirklich. Hör doch mal up mit düsse ulle Seukerei!

    Nu kann nix mehr scheif gahn, wi sünd in H¬annober-Langenhagen ankamen un mööt blooß noch de Kuffers up dat Band smieten. Hm – dat is jo gediegen: wi sünd mit sess Minschen un hebbt blooß fief Kuffers? ...

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  • Up-de-Eer-Festival


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    »Wo wütt ji hen?? Na’n "Up-de-Eer-Festival"? Wat is dat denn för'n neimodischen Kraam?? Gifft dat dor keene Steuhl un ji sitt denn ganzen Abend up de Eer??«, freuch uus Oma, as dat damals l¬osgüng mit uus' Festival-Tiet. Eegentlich hett se jo Recht hat: Steuhl geiv dat dor tatsächlich nich, as wi up de Konzerte von Neil Young un »Ton Steine Scherben« wöörn.

    Dat is allens lange her, aber vondaach wütt wi mal wedder hen na een Open-Air-Konzert. De Koorten dorför hebbt wi all lange vörher in Vörverkoop kofft. Midden in Sommer, dor is dat jo gewiss önnich warm und man kann sick gaut mal een K¬onzert buten anhören, dachen wi. Aber vondaach is dat so'n richtiget Schietweer as in Harvst: Acht Grad, un denn ok noch Sturm dorbi!! Mien Kirl un de Kinner beut' den Aben an un maakt sick dat abends so richtig kommodig an' Füer un schient sick eenen tau grienen, as se mi seiht. Ick MUTT nu jo hen na mien Konzert. Dat helpt nix: Mien Winter-Daunenmantel, de Fellstäbel, lange Ünnerböxen un Wullmützen mööt her un bringt mi in' Auto all önnich in’t Schweeten. Ick seih ut, as ob dat buten minus 20 Grad sünd. Feuhlt sick ok so an.

    Könn bi Sünnenschien un Wärme eegentlich richtig schön wään up düssen idyllischen Platz. Aber jüst as wi dor sünd, fangt dat ok noch an tau Pladdern – un keen Rägenöberdack oder Telt in Sicht! Aber tau’n Glück gifft dat för jeden eenen dörchsichtigen dünnen Rägenponscho ümsüss dortau, denn wi us öberstülpt. Sütt ut as een Müllsack. Un weißt du, wat dor uppe steiht: »Hamburg ist bei jedem Wetter schön!« Dat ick nich lach! Schön ist wohrhaftig wat anneres! Un wie wi utseiht: as de Michelin-Männchen! Un de Plastik-Klappsteuhl seiht ok nich so ut, as ob du dat länger dor up utholen kannst. Bevör wi us hensett, mööt wi ersmal denn Rägen affgeiten, denn Stauhl drööchwischen un us bannig flink hensetten, dormit de Stauhl nich glieks wedder natt rägent. Nu ward dat jümmer noch mehr Rägen!! Dor sitt wi nu as de Ölsardinen dicht an dicht in uus' Plastiköberteiher un künnt us kuum rögen. Taun Glück hebb ick een »Stadion-Set« mitbrocht mit een lüttschet Küssen taun ruppsetten un eene Däken. Dor wickel ick nu miene Bein mit in, dormit se nich ganz so ieskoolt sünd. Nu blooß nich noch wat drinken – alleen de Vörstellung, mit dütt ganze Getüdel un dien Küssen un de Däken na dat gräsige Dixie-Klo tau gahn, langt mi all. Un wenn du denn wedderkummst, kannst du von vörn anfangen un dienen Stauhl wedder drööchwischen! ...

    Wieder geiht de Geschicht in mien Bauk Keene Langewiel in Sicht